Ein interaktives Gedankenexperiment zum Buch
Zwei Bilder.
Ein Mensch.
Du siehst dich selbst – aber andere könnten in beiden Bildern zwei ganz unterschiedliche Lebensgeschichten erkennen.
Was verändert sich an unserem Urteil, wenn dieselbe Person anders erscheint? Und wie viel von dem, was wir sehen wollen, haben wir von anderen übernommen?
Kein Persönlichkeitstest. Keine Analyse deines Gesichts. Eine Frage aus Kapitel 1 von OHNE VORLAGE.
Ein Selfie reicht.
Zwei Bildsituationen. Nur wenige äußere Zeichen ändern sich. Die Person bleibt dieselbe.
Die Bildbearbeitung läuft.
Deine persönliche Bildgeschichte
Du bist derselbe Mensch.
Was hat sich verändert?
Betrachte beide Bilder. Ändern sich die Vermutungen, obwohl dein Gesicht dasselbe bleibt?
Der zweite Blick
Du bleibst dieselbe Person.
Warum erzählen die Gegenstände trotzdem zwei unterschiedliche Geschichten über dich?
Wir erkennen aus keinem dieser Bilder, was du kannst, wonach du dich sehnst oder ob du dein Leben nach eigenen Vorstellungen führst. Oft ergänzen wir diese fehlenden Informationen durch unsere eigenen Erfahrungen und Erwartungen.
Vielleicht ist die spannendere Frage: Welche Vorstellungen von Erfolg und einem guten Leben hast du selbst entwickelt – und welchen versuchst du nur zu entsprechen?
Den Gedanken im Buch weiterlesen ↓Das Buch hinter dem Gedankenexperiment
OHNE VORLAGE
Wie wir das Leben neu erfinden

Wir werden immer besser darin, unsere Ziele zu erreichen. Aber wissen wir noch, welche Ziele wir überhaupt verfolgen wollen?
Künstliche Intelligenz verändert Arbeit, Können und Entscheidungen. Dieses Buch fragt, was diese Veränderungen mit unseren Vorstellungen von Erfolg, Zugehörigkeit, Beziehungen und einem gelungenen Leben machen.
01Ein anderer Blick auf den Alltag. Das Buch beginnt mit einer scheinbar gewöhnlichen Café-Szene – und zeigt, wie schnell wir aus äußeren Zeichen ein ganzes Leben entwerfen.
02KI – ohne Technikratgeber. Die gesellschaftlichen und persönlichen Folgen stehen im Mittelpunkt, nicht Anwendungen oder schnelle Tipps.
03Fragen, die bleiben. Über Können, Anerkennung, Nähe und die Freiheit, nicht jede Möglichkeit ausschöpfen zu müssen.
* Preis zuletzt am 25.10.2026 bestätigt. Es gilt der aktuell auf Amazon angezeigte Preis. Verkauf, Bezahlung und Versand erfolgen über Amazon.
Der Mensch auf dem Bild
Über die Dinge, die wir zeigen, und die Menschen, die wir sein wollen
Auf dem Tisch steht eine Tasse Kaffee. Daneben ein Laptop, ein Smartphone und eine hochwertige Ledertasche. Durch das große Fenster fällt warmes Sonnenlicht und legt goldene Reflexe auf die Tischplatte. Alles wirkt beiläufig, beinahe zufällig, als hätte jemand seine Sachen für einen Augenblick abgestellt, bevor er sich wieder seinem Tag zuwendet.
Der Mensch, dem diese Gegenstände gehören, ist auf dem Bild nicht zu sehen. Dennoch werden sich viele Betrachter eine Vorstellung von ihm machen. Er könnte selbstständig sein, beruflich viel unterwegs, vielleicht in einer Position, in der er seine Zeit weitgehend selbst einteilen kann. Die Tasche sieht nach einer bewussten Anschaffung aus, der Laptop nach einem Arbeitsgerät, das überallhin mitgenommen wird. Auch der Ort passt zu diesem Eindruck. Wer an einem Vormittag mit seinem Computer in einem schönen Café sitzt, scheint über eine gewisse Freiheit zu verfügen.
Wir wissen allerdings nicht, ob dieser Mensch tatsächlich arbeitet oder nur auf jemanden wartet. Vielleicht gehört ihm der Laptop gar nicht. Die Tasche könnte ein Geschenk sein, für das er selbst niemals so viel Geld ausgegeben hätte. Ebenso gut könnte sie seit Jahren täglich in Gebrauch sein und für ihren Besitzer längst jede besondere Bedeutung verloren haben. Selbst die Vorstellung, dass dieser Mensch beruflich erfolgreich ist, beruht auf einer Verbindung von Dingen und Lebensumständen, die wir aus eigener Erfahrung kennen.
Nehmen wir an, wir würden die Aufnahme verändern. Anstelle der Ledertasche stünde ein einfacher Stoffbeutel neben dem Tisch. Der Laptop wäre ein älteres, sichtbar benutztes Modell, und der Kaffee würde in einem Pappbecher serviert. Das Bild hätte einen anderen Charakter. Wahrscheinlich würden wir uns auch den Menschen anders vorstellen, obwohl wir über seinen Beruf, sein Einkommen und seine persönlichen Verhältnisse noch immer nichts wüssten.
Es könnte derselbe Mensch sein. Seine Fähigkeiten, seine Erfahrungen und die Umstände, die ihn an diesen Tisch geführt haben, wären unverändert geblieben. Dennoch würden wir ihm aufgrund der anderen Gegenstände womöglich eine weniger anspruchsvolle Tätigkeit zutrauen, andere wirtschaftliche Möglichkeiten vermuten oder ihn einer anderen gesellschaftlichen Umgebung zuordnen.
Auszug aus OHNE VORLAGE – Wie wir das Leben neu erfinden, Stefan Herrlinger, Kapitel 1.
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